Rosi aus nonsense-city





Das ist Rosi aus Nonsens-City!

Rosi wurde als fünftes Kind einer Großraumfamilie in den stetig wachsenden Sumpf der 5. Unterwelt geboren. Als sie 5 Jahre alt war, stellten hochqualifizierte Pillendreher-Spezialisten auf dem Gebiet der seismoadiposidivistischen Scarabäiden bei einer Routineuntersuchung fest, dass sie unter einem ausgeprägten chaotisch sinnfreien Virus litt. Da war es allerdings schon zu spät. Denn ab dem 5. Lebensjahr hat der Virus schon längst die Schaltzentrale der Synapsen befallen und jegliche Reserven des Hippotallamuss dezentralisiert konsequent zerschossen.

Nachdem sich Rosi erfolgreich gegen die daraufhin von ihrer Mutter Klothilde – auch genannt die „Flotte Klotti“ – eiligst herbeigerufenen Parkbankmediziner mit dem Abwehrmechanismus „Corpus Delicatus Terminatii“ – besser bekannt als Baseballschläger –, schlagkräftig gewehrt hatte, empfahlen verschiedene Individuen und Individuinnen der Mediziner, Rosi als erfolglos baumschulmedizinisch behandelte Geduldige aus der Waldschule zu nehmen und als Hilfs-Rindenmulch-schaberin weiter zu vermitteln.
Bei der umfangreich angewahnten Heilpraktick der Parkbankmediziner, die nach etlichen Fragen zu Rosi’s Gesundheit auch noch ihre Kreditkartennummer und Bankverbindung wissen wollten, kam nämlich schnell heraus, dass Rosi’s Weitervermittlung infolge der Ausfallerscheinungen einer chronisch ausgeprägten Turrette, die sich hartnäckig im oralen Orbit festgesetzt hatte, leider erfolglos bleiben würde.

Rosi versuchte sich daraufhin als Rufmädchen bei einem Escort-Service, blieb dort aber wegen ihrer Aversion gegen die ungeputzten Schuhe ihrer Freiwilligen auch nicht lange und landete letztlich im Alter von 25 Jahren als qualifizierte Rettungsbootsachbearbeiterin bei der RA-Rettungsboot-Ahoi-Werft, benannt nach Reinhard Aufdemberg, dem Begründer der Rettungsboottheorie.
Infolge einer Überdosis Ahoi-Brausepulver, das ihr der Bootsoberdings in ihren Drink „Grüne Seealge“, einer homogenen Mischung aus rotem Seetank mit einem Schuß grüner Algen-Sud, gemischt hatte, verwechselte sie das Rettungsboot mit dem Wurstboot, das noch in der Testphase war.
Hierbei handelt es sich um eine Neuerfindung von Dr. Hans Wurst und seinen Anhängern, den Würstchen. Seine Idee, Nahrungsmittel als Fortbewegungsmittel zu nutzen – Würste sind ja aufgrund ihrer schnittigen Form bestens dafür geeignet -, wurde allerdings vom Sachbearbeiter Bernd von Brot mit einem als Leberwurst getarnten Brötchen sabotiert. Da man den entstandenen Schaden mit Weißbrot allein nicht mehr neutralisieren konnte, das zusätzlich beigeführte Schwarzbrot lediglich zu Rohrkrepierern in den Wurstbootmaschineneingeweiden führte und Rosi das Wurstbrotboot zur Rettung eines mexikanischen Drogenbarons eingesetzt hatte, der daraufhin seine vor der italienischen Mafia in Sicherheit zu bringenden Ressourcen bei einer schweren Havarie verlor, wurde die Sparte „Nahrungsmittel zur Fortbewegung“ eingestellt und Rosi war plötzlich wieder arbeitslos.

Schon seit ihrer Geburt träumte sie davon, eines Tages Päpstin zu werden. Frei nach dem Motto „Lieber ein Diskord vor Ort als ’ne Tüte beim Sport “ ließ sie sich von den Diskordianern für den Posten als Pontifexia der chaotischen Ordnung anwerben.
Schon immer hielt sie es mit der Principia Diskordia und kletterte lieber aus dem Fluss, als mit dem Strom zu schwimmen. Auch die heilige 5 der Diskordier tauchte ständig in ihrem Leben auf und dadurch, dass sie aus der Ablehnung der Ordnung heraus im Chaos auch noch grundsätzlich wider sprach, schaffte sie es oft, ihre Opfer so lange zu verwirren, bis sie an ihrer Existenz zweifelten.
Sie wurde zunächst einstimmig zweideutig mit offenen Armen geschlossen auf ihren Posten gewählt, aber als sie anfing, die 5 Gebote zu verbieten und sich deshalb die Holy Cow des Sacred Chao nicht mehr mit dem erisischen Zankapfel vertrug, verlor sie auch diesen Job.

Heute lebt sie wieder bei der Flotten Klotti, ihrer Mutter, und arbeitet ab und an als Under-Table-Merchandiserin in deren Second-Hand-Shop. Dort versucht sie ihr aktuelles Buch „Blöd – Tote Clowns riechen komisch!“ zu verkaufen, was sich allerdings angesichts der damit verbundenen Bücherungen schwer gestaltet, weil die zu büchernden Personen aufgrund verschiedener Bücher, die ihnen um die Ohren flogen, schwere Hirnschäden davon trugen, als sie versuchten, die Bücher im freien Flug zu lesen.

Zur Not, und um über die Runden zu kommen, hat Rosi aber noch zwei oder drei Viert-Jobs, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen wird.

So… Und wenn sie nicht…
durch ihr turrettiertes Bücherungsvirus verbüchert wurde, dann schult sie noch heute die Bäume in der Waldschule, um für adäquaten Ressourcennachschub für jegliche Art von Bücherungen zu sorgen.

Fin!

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Invictus



Ein Gedicht von William Ernest Henley

INVICTUS (Unbezwungen)

Aus finstrer Nacht, die mich umragt,
durch Dunkelheit mein’ Geist ich quäl.
Ich dank, welch Gott es geben mag,
dass unbezwung’n ist meine Seel.

Trotz Pein, die mir das Leben war,
man sah kein Zucken, sah kein Toben.
Des Schicksals Schläg in großer Schar.
Mein Haupt voll Blut, doch stets erhob’n.

Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen,
ragt auf der Alp der Schattenwelt.
Stets finden mich der Welt Hyänen.
Die Furcht an meinem Ich zerschellt.

Egal, wie schmal das Tor, wie groß,
wieviel Bestrafung ich auch zähl.
Ich bin der Meister meines Los’.
Ich bin der Käpt’n meiner Seel.


Henley schrieb dies Gedicht als er in einem Krankenhaus lag und die Ärzte ihm wegen Tuberkulose den zweiten Fuss auch noch amputieren wollten. Henley wehrte sich dagegen.
Ein Gedicht für starke Charaktere, die den Schlägen des Lebens trotzen und nie aufgeben, sondern stark sind und bleiben.

Jeder ist für sich selbst der beste Kämpfer!

Der Weg


Abgekühlt war mein Herz,
im Panzer der schlechten Erfahrung.
Meine Seele einsam, ein einz’ger Schmerz,
in Mauern enttäuschter Hoffnung.

Ich lese Deine Worte immer wieder
und höre gerne ihre schöne Melodie.
Es sind unser beider Lieder,
gefangen noch, in Phantasie.

Eine sanfte Stimme ruft mich jetzt leise,
Im tiefsten Inneren klingt sie mit Bedacht.
Ihre zarte Musik gibt mir viele Hinweise,
Zurückhaltung ist nicht mehr angebracht.

Langsam bröckelt die hohe Mauer,
ein Licht strahlt jetzt herein.
Zitternd brennt schon ein kleines Feuer
und hüllt mich wärmend ein.

Ich schaue aus dem Fenster
und seh‘ in die dunkle Nacht.
Fort sind alle Gespenster,
meine Zweifel weggedacht.

Ich möchte endlich die Sterne sehen
und auch den Sonnenschein.
Willst Du diesen Weg mit mir gehen
und immer bei mir sein?

Bezündliche Weihnacht


Wieder einmal ist es so weit, 
Weihnachten steht direkt vor der Tür.
Die Tage während dieser besinnlichen Zeit
Werden üppigst zelebriert in unserer Kultür.

Der Schnee stöbert in Flocken weit über die Prärie
Und sammelt sich zu einem blendend weißen Teppich.
Vati entwickelt professionell eine Strategie
Und die Kinder sind ihm mit der Tanne behilflich.

Die bunten Weihnachtskugeln hängen ganz schnell
Am christlichen Baum so blinkend und schön.
Auch Dackel Rudi juckt schon ganz unruhig das Fell,
Zu schrill ist für ihn das Sangesgedröhn.

Mutti kocht Sauerkraut mit Kartoffelbrei,
Und dazu noch die Haxen vom Schwein.
Hoffentlich ist die Kirche schnell wieder vorbei,
Noch länger warten ist für die Kinder eine Pein.

Die Familie summiert sich in freudiger Erwartung
Am behaglichen Kamin-Feuer um den bunten Baum.
Jedes Geschenk steigert die fröhliche Spannung,
Aber Opa und Rudi interessiert das jetzt kaum.

Im Lehnstuhl stiert Opa fasziniert in die Flammen,
Der klare Schnaps war wohl doch etwas zuviel.
Und Rudi klaut heimlich ein paar Kekse zusammen,
Da ertönt am Tannenbaum das helle Glockenspiel.

Es bimmelt und klingelt, tut kund die Warnung
Vor der vernichtenden Lohe, die am Lametta hängt.
Der Feuermelder, als Glöckchen eine gute Tarnung,
Verhindert nicht, dass der Schmuck das Brutzeln anfängt.

Denn die trockenen Äste und auch das bunte Papier,
Viele Geschenke sind schon am Glimmen und Glühen.
Vati ergreift mutig in heldenhafter Manier,
Den Löscher und hindert die Brunst am Erblühen.

Die Tanne ist nun verkohlt und auch die vielen Gaben.
Geschwärzte Gesichter blicken traurig umher.
Eine Moral aber sollte diese Geschichte haben:
Der Baum bleibt im Wald, denn das Leben straft fair.

Baumflucht

TABU


Vor kurzem wurde mir vorgehalten, dass ich im Alter allein sein und allein sterben würde, weil ich mich nicht meinem sozialen Umfeld anpasse. Weil ich nichts dafür tue, um gemocht zu werden, zu gefallen, anerkannt zu sein, sondern auch noch mit meinen „Wahrheiten“, die ich ehrlich und offen äußere, anderen manchmal auf die Füsse trete und dadurch als „Stinkstiefel“ genau das erreiche, was man „unbeliebt sein“ nennt. Mir wurde auch unterstellt, ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich gern allein bin und gut mit mir selbst auskomme.

Vom Redner aus gesehen ist die Unbeliebtheit eines Menschen ein nicht erstrebenswerter Zustand, der seiner Meinung nach in die Einsamkeit führt und Alleinsein sowieso verpönt ist.

Ich empfinde diese Unterstellungen als anmaßend und oberflächlich. Weil diese Abverbeurteiler sich scheinbar heben müssen, selbst eine Scheißangst vor dem Alleinsamsein haben, von sich selbst auf andere schließen, ihre eigene Denke auf andere projizieren und sich nicht eingestehen, nicht vorstellen und nicht glauben können und wollen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich diese Lebensform freiwillig ausgesucht haben und gern so leben. Sie bilden sich herablassend und frech ein, als ultimatives Massenphänomen zu wissen, wie sich Alleinsamlebende fühlen und lassen eine andere Meinung gar nicht zu. Soviel auch zur Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Menschen.

Ich will nicht abstreiten, dass es Menschen gibt, die sich als Alleinsamlebende mies fühlen und auch darunter leiden. Deshalb darunter leiden, weil sie die ursächlichen Vorurteile angenommen haben, sich damit identifizieren und in diese negativ behaftete Stigmata-Schublade gedrängt werden bzw. sich drängen lassen. Sie sehen sich nicht mehr selbst, sondern durch die Augen anderer.

Ich streite auch nicht ab, dass jeder, auch ich, das Grundbedürfnis nach Nähe und Zuwendung hat. Trotzdem kann jeder für sich allein leben. Man muss sich nicht gegenseitig ständig auf der Pelle hocken, sich vielleicht dabei auch noch einengen, sodass man keine Luft mehr bekommt. Alles in Maßen und man genießt es dann um so mehr.

Hiermit verbitte ich mir aber ausdrücklich, mir mein selbstgewähltes Alleinsein/Alleinleben als Makel vorzuhalten und mich dafür abzuurteilen, abzuwerten! Ich verbitte es mir auch, mir vorzuhalten, dass ich allein sterben würde, mich deshalb schräg zu bemitleiden und mir auch noch ganz dreist zu unterstellen, ich würde lügen!!!
Das Gegenteil ist der Fall! Ihr könnt denken was Ihr wollt, aber verschont mich bitte mit diesen für mich unwichtigen Meinungen und kranken Sichtweisen über mich und das Alleinsamleben.
Aber trotzdem sage ich Danke. Es bestärkt mich noch in meiner Lebensweise. Ich bin lieber allein, als in schlechter Gesellschaft! Aber ich kann mir trotzdem jederzeit die Gesellschaft suchen, die ich haben möchte. Es ist und bleibt meine Entscheidung. Das heißt aber nicht, dass ich anders Lebende deswegen ablehne.

Und im übrigen… den letzten Gang geht jeder allein. Alle Heerscharen von sogenannten Freunden werden diesen Weg nicht gleichzeitig mit Euch gehen.

„Wer den Tod fürchtet, setzt voraus, dass er ihn kennt; ich aber weiß weder, was sein Wesen ist, noch was er in der anderen Welt aus uns macht. …Wenn ich aber nicht weiß, ob etwas gut oder schlecht ist, so kann ich es nicht fürchten.“ – Sokrates

Womit haben diese Abverbeurteiler eigentlich ein Problem? Warum bloß ist das so ein Makel, allein zu leben? Allein und vielleicht auch einsam zu sein? Was ist daran so schlimm? Haben diese Abverbeurteiler Angst vor sich selbst, weil man im Alleinsamsein seinem Ich intensivster Weise über den Weg laufen und begegnen könnte? Wenn sie so eine Angst vor sich selbst haben, sollten dann nicht auch andere Angst vor ihnen haben?

Schon immer wurde und wird von der allgemeinen, öffentlichen Meinung, aus Angst vor der Isolation, Alleinsamkeit zu einem negativen Makel erklärt. Eben auch aus der Angst heraus, im Falle des Alleinseins auf sich selbst zurückgeworfen zu sein und sich mal ausschließlich nur mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Das ertragen sie nicht. Sie ertragen sich selbst nicht, muten sich selbst aber trotzdem anderen zu. Dabei kann das Alleinsein sehr interessant und abwechslungsreich sein, wenn man sein Hirn nicht nur dazu benutzt, um dort sein Wissen zu parken. Es will genutzt werden, sonst verkümmert es.

„Bloß nicht allein dastehen! Was sollen bloß die anderen von mir denken?“
Aus dieser Angst heraus schwimmen diese Abverbeurteiler lieber mit dem Strom, wollen zum Rudel dazugehören und grenzen deshalb von dieser gesellschaftlichen Norm abweichende Individuen als gefühlte Bedrohung aus, distanzieren sich von Alleinsamlebenden, als wenn es sich um eine ansteckende Krankheit handeln würde.
Zur Minderheit der Alleinlebenden und Einsamen will ja niemand gehören, weil es eben ein negativer Makel ist.
Da bleibt man auch dann noch in Beziehungen, wenn diese schon lange kaputt sind, nur damit niemand mit dem Finger auf sie zeigt. Dieser Preis ist aber ganz schön hoch.

Ich gehöre also einer Minderheit an. Einer bedauernswerten Minderheit, die zahlenmäßig unterlegen ist und sich deshalb mies, machtlos und schwach fühlen muss. Bekomme ich jetzt einen Sonder-Ausweis als Alleinsamlebende und Sonderrabatt für Großraumpackungen an der Supermarktkasse, weil ich den Großteil davon der längeren Haltbarkeit wegen einfrieren muss, was zusätzliche Energie verbraucht, weil es keine Singlepackungen zum sofortigen Verzehr von diesem Artikel gibt? Und warum gibt es keine Singlepackungen? Weil auch in diesem Bereich Alleinsamleben ein Tabu-Thema ist? Der allgemeine Familienmensch-Verbraucher will ja nicht permanent an den wenig erstrebenswerten Zustand einsamen Alleinseins erinnert werden. Verdirbt ja letztlich die Laune. Das mal als kleiner Ausflug auf einen Nebenkriegsschauplatz, der aber in seiner weitreichenden Form ebenfalls zu dieser negativen Sichtweise beiträgt.

Hinzu kommt noch, dass in der derzeitigen Weihnachtszeit dies leidige Thema jedem noch bewusster wird. Weihnachten – das Fest der Liebe und Familie. Aber wer keine Familie hat, in dieser Zeit allein zu Hause sitzt, ist gearscht. Das ist die allgemeingültige Meinung, die überall vorherrscht.
Ganz allgemein gesehen setzt sich das Wort „allgemein“ aus den Teilen „All“ und „Gemein“ zusammen. All wie „alle, jeder“ und gemein wie „gemein sein“ als Eigenschaft, aber auch wie das „gemeine Volk“, also die einfachen Leute.
Weil man also einem durch andere, dem gemein gemeinen Volk definierten Klischee-Bild nicht entspricht, wird man ausgegrenzt und weil die Allgemeinheit das nicht kennt, es für sie fremd ist, dass mal jemand wirklich authentisch ist und sich für das Alleinleben entschieden hat, wird man pauschal abgelehnt. Abgeurteilt. Verurteilt.
Von all jenen also, die nicht mit dem Alleinsein klarkommen würden, weil sie ein Problem mit sich selbst und Angst davor haben. 
Sie kommen mit sich selbst nicht zurecht, aber das Umfeld soll mit ihnen zurecht kommen. Sie selbst wollen oder können sich das nicht zumuten, aber gleichzeitig muten sie sich selbst anderen zu. Das nenne ich mal eine wirkliche Zumutung.

Sich in Gesellschaft zu befinden, einen großen Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zu haben, ist wichtig und bedeutet Ansehen. Danach beurteilt zu werden und der allgemeinen Norm zu entsprechen ist also erstrebenswert für das eigene Wohlbefinden. Nur so ist man Jemand. Weil man sich also anpasst, um zu gefallen, wird man gemocht und geachtet, beachtet, gehört dazu und ist somit ein wichtiger Mensch. Aufgrund dieser selbst angelegten sozialen Ketten, verhält man sich so, wie andere einen haben möchten, verbiegt sich, definiert sich durch die Meinung anderer und fühlt sich im Grunde dabei aber unwohl, weil man seinem eigenen Selbst damit widerspricht, um anerkannt zu werden und dazu zu gehören. Man lässt sich selbst nicht zu, aus Angst davor, auch ausgegrenzt zu werden.

Ist es nicht erstrebenswerter authentisch und ehrlich zu bleiben und als der Mensch gemocht zu werden, der man wirklich ist? Sich selbst treu zu bleiben? Auch wenn man dann vielleicht kein so riesengroßes soziales Umfeld hat, dafür aber ein ehrliches? Ist es wirklich besser, sich ins Gesicht lügen zu lassen, dass auch noch zu wissen, sich unwohl dabei zu fühlen, als das Gegenteil anzustreben?
Sicher muss man ab und an auch mal Kompromisse eingehen und etwas über sich ergehen lassen, was man eigentlich nicht will, nur um den allgemeinen sozialen Frieden nicht zu stören. Es bleibt aber trotzdem jedem selbst überlassen, ob er so etwas zulässt, gute Miene zum bösen Spiel macht oder nicht, ob er so etwas auch vor sich selbst vertreten kann.

Warum hat das Tabu-Thema „Alleinsein“ so ein schlechtes Image, wird mit Einsamkeit nur Negatives verbunden, ist kein erstrebenswerter Zustand, werden Menschen, die allein sind, allein leben, bemitleidet, bedauert und wird auf sie herabgesehen? Herabgesehen aus der Perspektive eines angepassten Menschen, der keinen Mut dazu aufbringen kann, sich und sein Selbst so zu zeigen, zu leben und anzuerkennen, wie er wirklich ist.

Alleinsamkeit verdankt dieses schlechte Image einer aus ängstlicher Allgemeinheit resultierenden, miesen Publicity. Einer schwachen Allgemeinheit, die sich selbst über reine Äußerlichkeiten definiert, ihr Selbst ablehnt und sich davon abwendet.

Lasst doch einfach mal diesen Gedanken an das Alleinsamsein zu! So schlimm ist das nicht, wie viele denken. Im Gegenteil! Man ist niemandem Rechenschaft schuldig. Man braucht sich nichts mehr vormachen, sondern einfach mal nur ehrlich zu sich selbst sein. Sich nicht von der Meinung anderer abhängig machen. Es ist ganz leicht und jeder kann das. Wenn er es denn wirklich will. Man verliert nichts dabei. Man gewinnt etwas dazu. Sich selbst und sein eigenes Wohlbefinden.

Jeder entscheidet sich für die Lebensform in der er lebt. Ob nun allein oder in Wohngemeinschaften/Beziehungen/Familien… vollkommen egal. Es ist und bleibt jedermanns eigene Entscheidung, die man natürlich jederzeit revidieren und ändern kann. Aber diese Entscheidungen anderer sollte man akzeptieren und respektieren und nicht bewerten. Letztlich kann man erst dann etwas beurteilen, wenn man es selbst ausprobiert hat. Aber auch dann ist es nur die eigene subjektive Sichtweise und daraus resultierende Meinung und nichts allgemein gültiges.

Und das Schlusswort überlasse ich jetzt Michel de Montaigne, „Die Essais“, Erstes Buch, 38. Kapitel – Über die Einsamkeit:

„Der Weise kann sich überall wohlfühlen, auch allein, und auch unter der Menge in einem Schloss. Aber wenn er die Wahl hat, weicht er ihr lieber aus; wenn es sein muß, erträgt er sie, aber wenn er kann, wählt er die Einsamkeit.

Ein Athener hatte vergeblich auf einer Reise Erholung gesucht. Als man dies dem Sokrates erzählte, sagte er: Das glaube ich wohl; er hatte SICH mit auf die Reise genommen.

Wenn wir nun die Absicht haben, allein zu leben und auf Umgang zu verzichten, müssen wir es so einrichten, dass wir in uns selbst Genüge finden; wir müssen uns auch wirklich von allen den Bindungen freimachen, die uns an andere Menschen fesseln; da müssen wir auch die Kraft aufbringen, mit dem Alleinleben Ernst zu machen und uns dabei wohl zu fühlen.“

9

Der Shitstorm zeigt sich am Horizont!


Hitzewelle und hitzende Welle. 

Überall ist ständig zu lesen, wer sich wann und warum über diese andauernde Hitzewelle beklagt. Es wird darüber diskutiert, dass die Bäume schon das Herbstlaub tragen, man den Rasen nicht mehr mähen muss, weil er einfach verbrennt, dass es im Supermarkt kein Wasser mehr gibt, andere schon in die Eistruhe fallen, weil die so gut wie leer ist… 

Und dann wird natürlich auch noch ganz erschrocken gelesen und weiter diskutiert, dass Wissenschaftler der Meinung sind, das Wetter würde am Klimawandel liegen, oder könnte daran liegen, wie auch immer, dass einer Heisszeit wahrscheinlich eine Eiszeit folgt, die Polarklappen schmelzen und der Meeresspiegel steigt… usw. usw. usw. 
Da frage ich mich wirklich, warum wird ständig über das, was im Moment eh nicht zu ändern ist, rumlamentiert, anstatt vielleicht doch mal endlich das eigene Hirn anzustrengen und mal ein wenig weiter zu denken und vor allem endlich zu handeln.

Ach ja, nicht zu vergessen, das Trinkwasser wird irgendwann rationiert und jedem portionsweise von irgendwelchen Obermufftis zugeteilt, die sich die Rechte dafür schon längst an Land gezogen haben. Ebenso wird irgendwann, etwas später vielleicht, die Luft zum Atmen ausgeknippst, an den entsprechenden Apparaturen wird wahrscheinlich – nur für den Ernstfall natürlich – jetzt schon gebaut und für teures Geld, was man allerdings nicht essen kann, ebenfalls portionsweise zugeteilt. 
Und natürlich gibt es ja auch noch auf Spitzbergen die Svalbard Global Seed Vault, die Saatgutbank, in der Saatgut aller Länder über tausende von Jahren gelagert werden soll, um damit das Überleben der Menschheit zu sichern. Ernsthaft? Die gesamte Menschheit?  Wer glaubt denn sowas noch?
Und diese Saatgutbank stand ja auch schon mal fast Land unter, aufgrund von hohen Temperaturen in Verbindung mit wochenlangem Regenwetter. Hoffentlich sind die Herrschaften Betreiber gut versichert.
Der Ernstfall, für den diese Saatgutbank gebaut wurde und betrieben wird, wird wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten lassen, wenn wir alle so weitermachen.

Diese Liste von Horrorszenarien, die selbstverständlich den Verschwörungstheorien zugeschrieben werden, könnte man noch weiter fortsetzen, aber das wird ja sowieso geleugnet. Am besten erst mal keinen Kopf darüber machen, sondern selbigen besser in den Sand stecken. 

Man sollte – wenn man so denkt – nicht vergessen: Das, was jetzt abläuft, wie es dem Planeten geht und wie der Mensch sich verhält, sind Fakten. Das kann niemand mehr wegleugnen. Scheiß auf irgendwelche wissenschaftliche Untersuchungen, die eh nur Kohle kosten und zu gar nix führen. 
An allen Ecken und Enden brodelt es, und damit meine ich nicht nur das Wetter, und dies Gebrodel wird noch zusätzlich durch braune Hetzpropaganda gegen Ausländer hier und Flüchtlinge dort von allen möglichen Seiten hochgepushed, damit auch wirklich alle etwas davon haben und sich vor allem mit unwichtigen kleinkarierten Themen beschäftigen. Mehr als fragwürdig, dies Verhalten und diese hitzende Welle wird immer stärker.
Es bringt nichts, weil es bald keinen Planeten mehr geben wird, auf dem man sich gegenseitig die Köpfe einhauen kann.

Gibt es wirklich nichts Wichtigeres?

Wie z. B. endlich mal die Ohren aufzusperren und bewusst zu hören, was uns die indigene Bevölkerung dieses Planeten zu sagen hat, deren Kultur wesentlich älter und deren Wissen fundierter ist, als jede wissenschaftliche Untersuchung, und vielleicht endlich mal diesen Worten Folge zu leisten.
NICHT DIE INDIGENAS KÖNNEN VON UNS LERNEN, SONDERN WIR MÜSSEN VON IHNEN LERNEN.
Diese Wetterkapriolen bzw. der Klimawandel wurde prophezeit und dafür muss man kein Wissenschaftler sein, sondern in der heutigen Zeit einfach nur die Augen aufmachen, die nötigen Schlussfolgerungen ziehen und endlich handeln.

Aber wie auch schon vor zighundert Jahren, als ein Großteil der Indigenas von der sogenannten zivilisierten (?!) Bevölkerung aus Geld- und Machtgier und fragwürdigem missionarischen Kirchen-Dünkel assimiliert wurde und der Raubbau an diesem Planeten anfing zum Sport zu werden, genau so geht es heute aus denselben Gründen nach wie vor weiter. Wir haben nichts gelernt. Nichts hat sich geändert. Im Gegenteil, jetzt ist der Mensch endlich auch noch dabei, sich wirklich überall selbst gewaltig und schnell zu dezimieren. Dauert aber zu lange, damit sich der Planet erholen kann.

Wir reden immer von Mutter Erde. Wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich vor Wut platzen, wenn ich mir ansehe, was die Erdmenschen blinder Weise anrichten. Sie schenkt uns die Ressourcen, die die Menschheit zum Überleben dringend benötigt und wir grasen sämtliche Regenwälder ab, hauen unsere Abgase in die Luft, wundern uns über eine Hitzewelle und haben außerdem schon sämtliche Ressourcen, die sie uns gibt, aufgebraucht, weil wir den Rest vorzeitig schon selbst zum Vergammeln gebracht haben. Wird Zeit, für uns zu gehen!

Mutter Erde platzt! Die Naturkatastrophen mehren sich sowieso schon. Ganz schlimm könnte es noch kommen, wenn sie platzt und plötzlich sämtliche Vulkane explodieren, wenn die Kontinentalklappen sich weiter verschieben, die Erde bebt und sich mal richtig öffnet. Ja, was ist denn dann? 
Der Supergau! Muss es wirklich so weit kommen? 

Also, was tun? Weitermachen wie bisher? Oder vielleicht doch endlich mal umdenken?

Wir haben nicht mehr viel Zeit! Das müsste langsam mal allen auffallen!

Es könnte alles so einfach sein, wenn es nicht ständig verkompliziert werden würde.

Zum Weiterlesen:
https://www.survivalinternational.de/
https://www.gfbv.de/
https://www.gfbv.de/de/informieren/infothek/detail/news/detail/News/gewalt-gegen-indigene-menschenrechtsverteidiger-nimmt-weltweit-zu-landrechtskonflikte-verschaerfen/

Wie schön grün noch alles ist…
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Nur ein Kind


Was habe ich dir gesagt?

Du sollst Ordnung halten!
Und nicht alles zum Chaos verunstalten.
Du sollst auf deine Aufgaben achten!
Muss man dir wirklich alles tausendmal sagen?

Du sollst dich nicht so schmutzig machen!
Ich habe keine Lust, ständig deine Klamotten zu waschen.
Wie rennst du überhaupt wieder rum?
Geh sofort in dein Zimmer und zieh dich um!

Und lass mich endlich in Ruhe!
Ich habe keine Lust auf dein kuschelndes Getue.
Sei artig und sitz gefälligst still!
Dann habe ich dich auch lieb… aber nur wenn ich das will.

Wenn Erwachsene reden, dann hast du still zu sein!
Dein Gerede ist nicht von Interesse, du bist noch viel zu klein.
Es interessiert nie jemanden, was du zu sagen hast!
Und überleg dir gut, bevor du mal laut lachst.

Doch solltest du gegen uns rebellieren,
werden wir dir gerechte Strafen garantieren!
Du hast zu tun, was wir dir sagen!
Tust du das nicht, werden wir alle Türen zuschlagen.

Jetzt hör endlich auf, unsere Zeit zu verschwenden!
Wir sind deine Eltern und werden dein Leben lenken.
Befolgst du unsere Regeln, dann geht es dir gut!
Aber tanzt du aus der Reihe, dann sei auf der Hut!

Dein Verhalten macht uns lächerlich!
Warum enttäuscht du uns so, wir tun doch alles für dich?
Warum kannst du nicht einfach mal Danke sagen?
Für all das, was wir bis heute für dich taten?

Du tust uns das alles an, obwohl wir deine Eltern sind!

Aber… ICH BIN DOCH NUR EIN KIND!

Kind

Gedanken, Gedichte, Gedankenknoten, Was ich schon immer sagen wollte… zu verschiedenen Themen

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